Wasserkraft in Sachsen

Auch die Kraft des Wassers gehört zu den erneuerbaren Energien. Die Nutzung dieser Kraft ist nicht neu. Bis zum 20. Jahrhundert wurden vor allem Mühlen mit Wasser betrieben. Aber auch Wasserschöpfräder zur Bewässerung der Felder wurden von Wasserkraft angetrieben. Heute wird mit Hilfe von Generatoren aus der Wasserkraft elektrischer Strom erzeugt. Weltweit war Wasserkraft laut einer Untersuchung an dritter Stelle bei der Stromerzeugung platziert. Nach Erdgas und Kohle konnte die Stromerzeugung aus Wasserkraft sich mit 15,58 Prozent noch vor der Kernenergie platzieren. Die Nutzung von Wasserkraft ist besonders ökologisch, allerdings ist sie auch mit erheblichen Eingriffen in die Natur verbunden.

Vorteile von Wasserkraft

Ohne Frage zählt Wasserkraft zu den regenerativen Rohstoffen, aus denen Energie gewonnen werden kann. Damit können fossile Energieressourcen geschont werden. Die Nutzung von Wasserkraft dient dem Klimaschutz, da nur sehr geringe Menge von CO² ausgestoßen werden. Nach Ende der Betriebszeit sind die Teile der Anlagen mühelos recycelbar. Die Speicherseen, die für die Nutzung von Wasserkraft erforderlich sind, werden gleichzeitig als Trinkwasserspeicher genutzt und können dem Hochwasserschutz der tiefer liegenden Landschaften und Orten dienen.

Nachteile von Wasserkraft

Die Nutzung von Wasserkraft ist heute nur mit erheblichen Engriffen in die Natur möglich. Durch den Anstau des Wassers wird für Wasserlebewesen eine Barriere geschaffen, die nicht zu überwinden ist. Außerdem verringert sich die Fließgeschwindigkeit. Das führt zu einem niedrigeren Sauerstoffgehalt des Wassers und zu einer Erhöhung der Wassertemperatur. Die Flora und Fauna am und im Wasser wird zerstört und es kommt zu einer Senkung des Grundwasserspiegels im Bereich des Unterlaufs. Bei einem Dammbruch besteht Gefahr für Mensch und Natur. Und auch der Bau ist nicht ganz einfach, denn dabei werden riesige Flächen überflutet, die für Mensch, Tier und Pflanzen verloren gehen.

Es gibt verschiedene Lösungsansätze, um auf den Natur- und Gewässerschutz zu achten. Deshalb werden in erster Linie bestehende Wasserkraftanlagen ausgebaut und modernisiert. Durch verbesserte technische Anlagen kann die Stromerzeugung gesteigert werden ohne das erneut in die Natur eingegriffen werden muss. Ein ganz neuer Ansatzpunkt ist die Erzeugung von Strom in Abwasserkanälen. Grüner Strom wird über Abwasserturbinen erzeugt, mit denen nicht in die Natur und das Landschaftsbild eingegriffen wird und die keinerlei Nachteil für die Umwelt haben. Allerdings steckt die Idee noch in den Kinderschuhen.

Energie aus Wasserkraft in Sachsen

Wasserkraftwerke sind nicht neu im Erscheinungsbild des Freistaates. Seit dem Erlass des Erneuerbare-Energie-Gesetzes ist die erzeugte Stromenergie in Sachsen relativ konstant geblieben. Die Stromerzeugung durch Wasserkraft in Sachsen betrug im Jahre 2011 rund 268 Mio. kWh. Das Energie- und Klimaprogramm Sachsen sieht bis zum Zieljahr 2022 keinen weiteren Ausbau der Wasserkraftanlagen vor.

Wasserkraft ist wie Windkraft stark den Schwankungen unterlegen und hängt vom Angebot des Energieträgers ab. In den Jahren von 2002 bis 2011 lag die Schwankungsbreite in Sachsens Wasserkraftwerken zwischen minimal 171 Gwh/a und maximal 325 Gwh/a. Jetzt befinden sich in Freistaat Sachsen 314 Wasserkraftanlagen. Die verfügen über eine installierte Leistung von 87,45 MW. Einige der Wasserkraftanlagen sind zurzeit aus unterschiedlichen Gründen nicht in Betrieb. So werden Wasserkraftanlagen an der Freiberger Mulde und an der Zschopau gebaut und werden erst demnächst in Betrieb genommen.

Mit der Wasserenergiemenge von 269 Mio. kWh, die im Jahr 2011 erreicht wurde, können in Sachsen ungefähr 113.000 Haushalte für ein ganzes Jahr mit Strom versorgt werden. Zu den größten Wasserkraftwerken in Sachsen gehört das Wasserkraftwerk Kriebstein mit 8,4 MW, das Pumpspeicherwerk Niederwartha mit 40 MW und das zweitgrößte Wasserkraftwerk Deutschlands, das Pumpspeicherwerk Markersbach mit 1050 MW.