Wenn die Sonne richtig scheint – Photovoltaik in Sachsen

Besonders der Anteil an Photovoltaikanlagen nahm in den letzten Jahren nicht nur in Sachsen zu. Der Gewinnung der Sonnenenergie wird besondere Bedeutung beigemessen. Der Grund dafür liegt in den Möglichkeiten. Während Wind, Wasser und Biomasse große Anlagen ermöglichen, finden Photovoltaik-Anlagen fast überall Platz und amortisieren sich auch bei kleinen Flächen relativ schnell. Der so erzeugte Gleichstrom kann mittels Wechselrichter in Wechselstrom werden und sofort vor Ort genutzt werden. Photovoltaik-Anlagen werden nach dem Investitionszulagengesetz von 2007 gefördert. Allerdings nimmt der Fördersatz jährlich ab.

Vorteile der Sonnenenergie

Im Gegensatz zu fossilen Energiequellen steht Sonnenenergie, die über Photovoltaikanlagen gewonnen wird, unbegrenzt zur Verfügung. Aktuell können durch die Energiegewinnung über Photovoltaikanlagen teure Importe von Brennstoffen gespart werden. Derzeit liegt die Einsparung bei etwa 400 Millionen Euro jährlich.

Solarenergie ist sehr klimaschonend. Lediglich bei der Herstellung der Anlagen entsteht Treibhausgas. Der eigentliche Betrieb der Photovoltaikanlagen ist emissionsfrei. Durch die Gewinnung von Sonnenenergie konnte der Ausstoß von CO² im Jahre 2009 um 3,6 Millionen Tonnen gesenkt werden.

Auch die zahlreichen kleinen Anlagen im Bereich Photovoltaik bringen Vorteil. Es können Kosten gespart werden, da die Weiterleitung von Strom ebenso teuer ist, wie die Erzeugung selbst. Durch kleine Anlagen kann der Strom vor Ort genutzt werden. Die Energiepreise sind niedriger, da man nicht auf große Energieerzeuger angewiesen ist und Preiskartelle damit wegfallen. Ein weiterer Vorteil ist der Wegfall der Notwendigkeit von großen Energiereserven. Diese sind eigentlich notwendig, um bei einem Ausfall verschiedener Anlagen einen großen Stromausfall vermeiden zu können. In Deutschland beträgt die Reserve derzeit 40 Prozent. Viele kleine, dezentrale Energieerzeuger könnten das Risiko eines Ausfalls von großen Anlagen minimieren.

Nachteile von Photovoltaik

Eine konsequente Energieversorgung ist bei Sonnenenergie nur mit den entsprechenden Speicheranlagen möglich, da die Verfügbarkeit von Wetter, Jahreszeit und Tageszeit abhängig ist. Meist wird die Energie gerade dann benötigt, wenn wenig Solarenergie zur Verfügung steht.

Die Erzeugung von Energie mit Photovoltaikanlagen ist nicht emissionsfrei. Zur Herstellung der Anlagen werden Chemikalien, Frischwasser und Energie benötigt. Laut einer Studie des Energy research Centre of the Netherland hat sich die Energiemenge, die zur Herstellung von Photovoltaik-Anlagen benötigt wird, nach einer Zeit von 1,5 bis 3 Jahren amortisiert. Auf die Lebensdauer der Module berechnet ergibt sich aber eine positive Bilanz, da die Module bis zu 40 Jahren einsatzfähig sind.

Photovoltaik-Anlagen benötigen große Flächen, die sonst anderweitig genutzt werden könnten. Außerdem entstehen hier höhere Kosten als bei anderen Energien. So kostet die Kilowattstunde Windenergie gerade einmal 6 bis 8 Cent. Die Stromerzeugung bei Photovoltaik-Anlagen wird mit 13,5 bis 19,6 Cent pro Kilowattstunde beziffert.

Photovoltaik in Sachsen

Der Zuwachs von erneuerbarer Energie aus Photovoltaik-Anlagen in Sachsen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Wurden im Jahr 2008 noch 111 Mio. kWh produziert, so waren es 2011 schon 646 Mio. kWh. Dafür ist der kontinuierliche Aufbau von Photovoltaik-Anlagen verantwortlich. Die installierte Leistung in Sachsen belief sich 2012 auf 1.087 MW. Nach einer Hochrechnung von SCHLEGEL spollen 2012 in Sachsen 25.071 Photovoltaik-Anlagen installiert gewesen sein. Diese speisten eine Energiemenge von 850.000 MWh in das Stromnetz ein.

Entsprechend dem Energie- und Klimaprogramm des Freistaates Sachsen wurde im März 2013 beschlossen, dass der Anteil von Photovoltaik-Anlagen weiter bis zum Jahre 2022 steigen soll. Und zwar um ganze 90 Prozent. Das bedeutet ein Anstieg von derzeit 900 GWh/a auf 1.700 GWh/a im Jahr 2022. 2011 hatte der mit Photovoltaik produzierte Strom einen Anteil von 3,3 Prozent am Gesamtstromverbrauch in Sachsen.

Eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Nanotechnologie und damit auch des Photovoltaiks nimmt Dresden ein. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen aber auch Hersteller und Forscher treiben die Entwicklung voran. Hier haben vier der weltweit größten zehn Anlagenbauer ihren Standort. Davon profitiert natürlich der gesamte Markt in Sachsen.