Erneuerbare Energien – Energiewende in Sachsen

Die Energiewende ist ein gesamtdeutsches Projekt. In den einzelnen Bundesländern wird diese aber mit unterschiedlicher Intensität vorangetrieben. Das liegt vor allem daran, dass in Deutschland die verschiedensten geographischen Bedingungen vorherrschen. Aber auch politisch und wirtschaftlich kann nicht jedes Bundesland mit der Spitze mithalten. Sachsen kann sich im deutschlandweiten Durchschnitt durchaus sehen lassen. Im Vergleich der Bundesländer lag Sachsen 2014 auf Platz neun.

Sachsen ist ein kleines Bundesland

In den neuen Bundesländern weist Sachsen zwar die höchste Einwohnerdichte auf, gehört aber eher zu den kleinen Bundesländern. Beim Pro-Kopf-Einkommen liegt das Bundesland deutlich unter dem Durchschnitt von Deutschland. Die Hautenergieträger sind Braunkohle mit 44 Prozent und Erdgas mit 20,5 Prozent im Jahr 2011. Lediglich 7,9 Prozent wurden 2011 aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Das Ziel entsprechend des 2013 verabschiedeten Energie- und Klimaprogramms: Steigerung des Anteils von erneuerbaren Energien auf 28 Prozent im Jahre 2022.

Erneuerbare Energien sind ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung

Wirtschaftliche ist die Einführung der regenerativen Energien für Sachsen ein wichtiger Beitrag. Es werden neue Arbeitsplätze geschaffen, das Wachstum wird regeneriert und die Wertschöpfung steigt. Immerhin belief sich der Umsatz im Jahr 2011 im Bereich erneuerbare Energien auf etwa 3,8 Milliarden Euro. Das heißt auch, über 11.000 Arbeitsplätze, die hier geschaffen wurden. Tendenz steigend. Und dabei sind die Betreiber von Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen nicht mitgerechnet.

Sachsen auf dem Weg zur Energiewende

Die zukünftige Energieversorgung in Sachsen soll Grün sein. 22,5 Prozent des sächsischen Stromverbrauches kamen im Jahr 2013 aus Solarenergie, Biomasse, Windkraft und Wasser. Die verschiedenen Energieträger sind in Sachsen im unterschiedlichen Maße ausgebaut. Die Vorreiterrolle bei den installierten Leistungen nehmen Photovoltaikanlagen ein. Die größten Anteile erzeugter Kilowattstunden werden in Sachsen aber aus Biomasse und Wind gewonnen. Ganze 39 Prozent der regenerativen Energien stammen aus Windkraftanlage. Gleich danach kommen die Energie aus Biomasse mit 33,7 Prozent und die Energie aus Photovoltaik mit 21,7 Prozent.

Die Entwicklung der Stromgewinnung in Sachsen

Relativ konstant blieb die Stromerzeugung aus Windenergieanlagen in Sachsen. Das liegt vor allem daran, dass diese kaum weiter ausgebaut wurden. Eine geringe Steigerungsrate, die bei etwa 3 bis 4 Prozent liegt, konnte Biomasse erreichen. Auch die Energiegewinnung aus Wasserkraft blieb in den letzten Jahren konstant. Kaum eine Steigerung ist bei Klär- und Deponiegas zu erwarten. Im Gegenteil, hier ist sogar ein Rückgang zu verzeichnen. Dafür haben Photovoltaikanlagen ordentlich zugelegt. Im Jahre 2013 konnte Sachsen eine Menge von 1234 GWh erzeugen. Das ist immerhin eine Verdopplung der Menge von 2011.

Energiewende in Sachsen nicht ganz einfach

Viele Jahrzehnte dominierte gerade in Sachsen der Tagebau. Das ist ein Grund, warum die Energiewende in Sachsen nur zögerlich voranschreitet. Viele Menschen haben in den Tagebauen und den damit verbundenen Kraftwerken Arbeit. Eine schnelle Energiewende ist auch ein wirtschaftliches Problem. Die Landesregierung fokussiert aus diesen Gründen immer noch die Stromgewinnung aus Braunkohle, anstatt auf erneuerbare Energien umzuschwenken und dort eine ausreichende Unterstützung zu geben. Viele Dörfer, die auf der Braunkohle „sitzen“, haben Angst um ihren Standort. Viele Natur- und Lebensräume werden zerstört und der wertvolle Rohstoff Braunkohle für die Energiegewinnung verschwendet. Eine vernünftige, bezahlbare und umweltorientierte Stromversorgung kann aber nur aus erneuerbaren Energien kommen.

Schon jetzt ist der Strom aus erneuerbaren Energien preiswerter als Strom aus fossilen Energiequellen. Heute sind in Sachsen dreimal so viele Arbeitskräfte im Bereich erneuerbare Energien beschäftigt, wie in der Gewinnung und Verstromung von Braunkohle. Im Jahr 2012 hatten die erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in Sachsen einen Anteil von 18,4 Prozent.

Sachsen beim Thema Forschung Nummer eins

Sachsen gilt als eines der deutschen Kompetenzzentren, wenn es um die Forschung zum Thema erneuerbare Energien und die Verbesserung der Effizienz von alternativen Energiesystemen geht. Besonders im Bereich Photovoltaik nimmt der Freistaat eine führende Rolle ein. Kompetenz beweisen die ansässigen Unternehmen aber auch bei Windkraft, Biomasse und Geothermie. Hier wird nicht nur an der Erschließung alternativer Quellen gearbeitet, sondern auch in den Bereichen Energiespeicherung und Energieeffizienz. Sachsens Forschungsinstitute sind zum Teil weltführend. In Sachsens Forschungslandschaft gilt Dresden als ein bedeutendes Zentrum.